Bauer beklagen zu wenig Wertschätzung

 

FDP und Landwirtschaft tauschen sich aus

aus IVZ am 21.7.2018

Mehr mit- anstatt übereinander zu reden, mehr den Konsens suchen anstatt weitere bürokratische Hürden aufbauen, das war das Ergebnis des jährlichen Austausches, zu dem sich die FDP-Kreistagsfraktion und der WLV-Kreisvorsitzende Johannes Rohlmann (Hörstel) und WLV-Geschäftsführer Franz-Josef Koers als Vertreter der Landwirtschaft jetzt im „Grünen Zentrum“ in Saerbeck getroffen haben Dort ging es insbesondere um den Landesentwicklungsplan, Überackerung öffentlicher Flächen und den Fließgewässerentwicklungsplan(FEP).

Rohlmann, so schrieben die Liberalen in ihrem Bericht, habe zunächst besonders hervorgehoben, dass die Landwirte im Kreise Steinfurt bereits erhebliche Flächen für Narurschutz und Landschaftsschutz zur Verfügung stellen. So würden sich im Kreis 13 Prozent aller Naturschutzflächen des Landes und 21 Prozent aller Landschaftschutzflächen befinden. Vor diesem Hintergrund würden die Bauern nicht verstehen warum ihre Leistungen so wenig Anerkennung, beispielsweise bei der Aufstellung des Landschaftsentwicklungsplans, von der Politik erfahren. Die FDP-Vertreter hätten diese Sorge nicht geteilt. Die Partei sei stets der Meinung gewesen, dass gerade auf dem Gebiet des Landschafts- und Naturschutzes im Kreis sehr „vorzeigbare Ergebnisse“ erzielt worden seien. Daher sei die Fraktion auch weiterhin der Auffassung, dass durch freiwillige Vereinbarungen zu erreichen seien, als durch noch weitere aufgestockte bürokratische Vorschriftensammlungen.

Diese Haltung vertritt die FDP auch bei der „Überackerung der öffentlichen Flächen“. Häufig hätten sich bei der Untersuchung der Grenzverläufe vermeintliche Überackerungen als EDV-Fehler herausgestellt, was Rohlmann mit zahlreichen Fotobeispielen untermauern konnte. Wo tatsächlich Fehler gemacht worden seien, ließen sich mit allen Beteiligten Lösungen erarbeiten. Rohlmann verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Blühstreifenprogramm, mit dem die Landwirte 50 Hektar Ackerfläche für den Arten- und Insektenschutz bereitgestellt haben. Zusammen mit Naturschutzverbänden werde versucht, ganze ökologische Ketten zu regenerieren.

Zur den Bemühungen um mehr Biodiversität trage auch der Fließgewässerentwickungsplan (FEP) bei. Betroffen sind 600 km Wasserläufe. Zusätzlich zur Böschungsbreite würden diese auf jeder Seite 5 Meter breite Streifen nicht beackert, sondern nur gemäht. Gleichzeitig würden Auengebiete geschaffen, in denen Wasser wieder stehen und langsam versickern könne.

Alle diese Leistungen würden freiwillig geschehen, aber nach Auffassung der Landwirtschaft, bei der Diskussion eines Landesentwicklungsplans nicht berücksichtigt. Die FDP, so hieß es abschließend habe versprochen, „diese guten Argumente in ihrer Entscheidungsfindung auch weiterhin mit dem gebührenden Gewicht zu berücksichtigen“.